Wie hoch kann das Schmerzensgeld ausfallen?

Allgemein

Auch im Fall einer Querschnittslähmung erkennen die Gerichte in Deutschland den Geschädigten meist deutlich niedrigere Ansprüche auf Schmerzensgeld zu, als dies beispielsweise in den USA der Fall ist. Die zuerkannten Beträge bewegen sich nicht in Millionenhöhe, sondern meist im Bereich einiger hunderttausend Euro. In einigen Fällen wurde den Opfern zusätzlich eine lebenslängliche monatliche Schmerzensgeldrente zugesprochen. Zu den wichtigen Einflussfaktoren, die über die Höhe des Schmerzensgeldes entscheiden, gehören:

  • Dauer der Krankenhausaufenthaltes
  • Dauer der Arbeitsunfähigkeit
  • Ein mögliches Mitverschulden des Geschädigten
  • Handelte der Schädiger fahrlässig oder vorsätzlich?
  • Alter des Opfers

Wovon hängt die Höhe des Schmerzensgeldes bei Querschnittslähmung ab?

An dieser Stelle muss hervorgehoben werden, dass zwischen Schmerzensgeld und Schadensersatz sorgfältig zu unterscheiden ist. Der Schadensersatz dient dazu, materielle Schäden auszugleichen, die infolge der Querschnittslähmung entstehen. Das Schmerzensgeld stellt eine Wiedergutmachung des immateriellen Schadens dar, also der körperlichen und psychischen Leiden des Opfers. Dabei ist die Trennlinie bisweilen unscharf, wie beispielsweise der Punkt „Dauer der Arbeitsunfähigkeit“ zeigt. Die materiellen Folgen, also zum Beispiel der Verdienstausfall und die Kosten der Heilbehandlung, sind relativ präzise zu beziffern und werden über den Schadensersatz ausgeglichen. Aber eine längere oder gar dauerhafte Arbeitsunfähigkeit hat nicht nur einen Ausfall des Einkommens zur Folge, sondern oft auch psychische Leiden. Für viele Menschen ist die ausgeübte berufliche Tätigkeit auch ein wichtiger Bestandteil der eigenen Persönlichkeit.

Der Anspruch auf Schmerzensgeld wird individuell festgelegt

Über die exakte Höhe des Schmerzensgeldes entscheiden Gerichte stets im Einzelfall. Spezialisierte Anwälte können nach genauer Analyse des Falles Betroffenen aber oft zumindest einen groben Rahmen für die zu erwartende Höhe des Schmerzensgeldes nennen.

Welches Schmerzensgeld haben Gerichte bei einer Querschnittslähmung konkret zuerkannt?

Eine sehr grobe Vorstellung über die zu erwartenden Ansprüche können folgende Beispiele vermitteln. Einer nach einer fehlerhaften Operation vom Hals abwärts querschnittsgelähmten Frau wurde ein Schmerzensgeld in Höhe von 400.000 Euro zuerkannt. Maßgeblich für die Höhe des Anspruches war dabei unter anderem, dass der Klinik bei der Diagnose und der Vorbereitung der Operation grob fahrlässig einige Fehler unterlaufen sind. Deutlich geringer fielen in einigen Fällen die Ansprüche von Patienten im höheren Alter aus. So wurden einer 73-jährigen Frau und einem 75-jährigen Mann jeweils Ansprüche in Höhe von 20.000 Euro zugesprochen. Das OLG Hamm hat festgestellt, dass nach einem Verkehrsunfall ein Schmerzensgeld von 250.000 Euro nur dann angemessen ist, wenn das Opfer eine schwere Querschnittslähmung vom Hals abwärts erlitten hat.