Welche Reha-Möglichkeiten gibt es und wer übernimmt die Kosten?

Allgemein

Die Diagnose Querschnittslähmung ist für den Betroffenen zunächst einmal ein großer Schock. Eine Querschnittslähmung bedeutet in der Regel schließlich, dass der Betroffene für den Rest seines Lebens auf fremde Hilfe und unter Umständen auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Leistungsfähigkeit und Unabhängigkeit können jedoch trainiert werden, so dass ein geregeltes Familien- und Berufsleben weiterhin möglich ist. Das Erreichen einer größtmöglichen Selbstständigkeit ist daher oberstes Ziel sämtlicher Rehabilitationsmaßnahmen. Nach der stationären Akutversorgung des Betroffenen und im Anschluss an den Aufenthalt im Krankenhaus steht in aller Regel eine stationäre Rehabilitation an. Die Kosten hierfür werden sowohl von gesetzlichen als auch privaten Krankenversicherungen übernommen.

Die verschiedenen Rehabilitationsmöglichkeiten auf einen Blick

Eine besonders große Rolle kommt im Rahmen der Rehabilitation der Ergotherapie (Bewegungstherapie) und Physiotherapie (Krankengymnastik) zu. Auf der einen Seite soll der Patient gezielt intakte Muskeln trainieren. Dies geschieht mithilfe von individuellen Übungen. Auf der anderen Seite können auch gelähmte Gliedmaßen neue Bewegungen erlernen, abhängig davon, ob noch ein gewisser Teil der Nervenzellen intakt ist. Oftmals verbessert sich der subjektive Gefühlszustand des Betroffenen dadurch spürbar. Viele Querschnittsgelähmte benötigen aufgrund einer mit ihrer Einschränkung verbundenen Blasenstörung einen Blasenkatheter. Eine Möglichkeit stellt in diesem Fall ein Dauerkatheter dar, der alle drei bis vier Wochen gewechselt werden muss. Alternativ hierzu kann sich der Betroffene auch mehrmals am Tag selbst einen Katheter legen. Intensives Training erlaubt zudem die Blasenentleerung mittels einer Bauchpresse. Durch verschiedene Hilfsmittel wie Treppenaufzüge oder Spezialbesteck wird dem Patienten der Alltag erleichtert. Darüber hinaus bieten Selbsthilfegruppen psychische Unterstützung und wertvolle Tipps in der schwierigen Lebenssituation. Auch über verhaltenstherapeutische Maßnahmen kann im Rahmen der Rehabilitation nachgedacht werden. Hierbei lernt der Patient, mit der neuen Situation umzugehen.

Wie steht es um die Heilungsaussichten?

Trotz modernster medizinischer Erkenntnisse kann eine komplette Querschnittslähmung bis heute nicht rückgängig gemacht werden. Die Möglichkeiten im Rahmen der Behandlung konzentrieren sich daher darauf, mögliche Folgen der Querschnittslähmung wie Druckgeschwüre oder Muskelverkürzungen zu vermeiden und dem Betroffenen ein Maximum an Lebensqualität zu erlauben. In Sachen Lebenserwartung haben viele querschnittsgelähmte Personen gesunden Menschen gegenüber keine Nachteile. Jedoch ist die Lebenserwartung auch vom Grad der Verletzung abhängig. So haben Tetraplegiker eine statistische Lebenserwartung, die um etwa acht Jahre verkürzt ist. Sollte der Betroffene von einer langfristigen künstlichen Beatmung abhängig sein, ist die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich geringer. Da weltweit intensiv nach Möglichkeiten geforscht wird, gelähmten Gliedmaßen wieder Beweglichkeit zu verleihen, könnten sich die Heilungsaussichten bei Querschnittslähmungen in den nächsten Jahren deutlich verbessern. Denkbar sind sowohl Medikamente, die förderlich für die Regeneration der geschädigten Nervenzellen sind und das Wachstum unterstützen als auch Prothesen, also künstliche Implantate. Bis heute ist dies jedoch noch Zukunftsmusik.