Querschnittslähmung: Therapien verschaffen kleine Erfolge

Allgemein

Eine Querschnittslähmung bedeutet für den Betroffenen Hilfsbedürftigkeit. Das Hauptziel jeder Behandlung ist, die Bewegungsfähigkeit des Patienten auf lange Sicht zu verbessern und kleine Erfolge zu erzielen. Dazu gehören sowohl kurzfristige Maßnahmen, die eine Verschlimmerung des Gesundheitszustands des Patienten abwenden, als auch langfristige Maßnahmen, die den Wiedereinstieg in ein selbstständiges Leben anstreben.

Die Phasen der Therapie kennenlernen

Generell dreht sich die Therapie bei einer Querschnittslähmung darum, die Schmerzen des Patienten zu lindern, die Beweglichkeit und Empfindsamkeit für den Körper weitestgehend wiederherzustellen und das seelische Wohlbefinden aufzubauen. Dazu ist es hilfreich, die Behandlungsphasen zu kennen. Diese sind:

  • Die Akutphase (wenige Tage nach Eintritt der Lähmung)
  • Die Versorgung von Wirbelsäulenverletzungen
  • Die Frühmobilisierung
  • Die langfristige Rehabilitation

In den ersten beiden Phasen sollen vor allem die Vitalfunktionen stabilisiert und weitere Verletzungen rund um das Rückenmark und die Wirbelsäule verhindert werden, um den Zustand nicht zu verschlimmern. Wenn sensorische und motorische Funktionen ausfallen, hat der Patient teilweise kein Empfindungsvermögen mehr für seinen Körper. Hier ist therapeutische Hilfe in Form einer exakten Lagerung und Fixierung verlangt. Der Patient muss stabilisiert und regelmäßig gedreht werden, um Druckgeschwüre und Muskelverkrampfungen in den betroffenen Körperregionen vorzubeugen. Da die Darm- und Blasenfunktion in vielen Fällen eingeschränkt ist, helfen Katheter und die regelmäßige Unterstützung beim Toilettengang.

Operationen bei Verletzungen des Rückenmarks

Bei einer Querschnittslähmung ist das Rückenmark entweder komplett durchtrennt oder durch gebrochene Wirbel verletzt. Bei einer Durchtrennung kann eine OP nicht mehr helfen. Da das Rückenmark in den meisten Fällen aber verletzt ist, sorgt eine OP dafür, dieses mechanisch zu entlasten oder gebrochene Wirbel zu entfernen, die zu weiteren Verletzungen führen könnten. Die Entscheidung darüber kann meist schon auf der Intensivstation getroffen werden.

Therapien für die langfristige Rehabilitation

Der Einsatz kompetenter, medizinischer Spezialisten ist von absoluter Notwendigkeit, um die Querschnittslähmung über einen langen Zeitraum zu therapieren. Bei der Wahl eines Rehabilitationszentrums ist vor allem darauf zu achten, Spezialisten aus einer Bandbreite medizinischer Gebiete vor Ort zu haben. Die Rehabilitation des Patienten erfolgt dann physisch, sozial und beruflich durch eine einfühlsame und individuelle Betreuung. In der Physio- und Ergotherapie werden Bewegungsabläufe trainiert, die Muskeln bewegt und neue Gesten eingeübt. Wassertherapien und spezielle Massagen helfen dem Betroffenen außerdem, die Empfindlichkeit für die betroffenen Körperregionen wiederzuerlangen. Ein essenzieller Bestandteil jeder Therapie sollte die soziale und emotionale Integration des Patienten in seine Umwelt sein. Der Kontakt zu anderen Betroffenen gibt Mut und die Chance, Erfahrungen auszutauschen. Freunde und Familie können durch ständigen Austausch mit dem Betroffenen eine langsame Wiedereinführung in die Berufswelt ermöglichen, mit dem Ziel, irgendwann wieder im ersten Arbeitsmarkt tätig sein zu können.